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10. Stopp: Australien

Melbourne

Den größten Teil meiner Weltreise reiste ich eigentlich nur durch Asien. Jede meiner Reisestationen hatte etwas Besonderes und Einzigartiges an sich, auch wenn sich Klima und Kultur oft ähnelten. Die nötige Abwechslung bot mir nach acht Monaten Asien daher ein komplett anderer und mir unbekannter Kontinent: Australien – voller Erwartungen auf roten Sand, jede Menge Kängurus und Koalas. Aber dazu später mehr.

Da ich direkt nach dem Abitur auf große Erkundungsreise ging, hatte ich bisher noch nicht viel Erfahrung mit dem Arbeitsleben. Da die meisten Touristen in Australian ein working-holiday Visa beantragen und von gutem Geld reden, hab ich mir also auch ein (etwas teures) “working-holiday Visa” geholt und habe mein Flug nach Melbourne gebucht. Ein Tag CV (Lebenslauf) verteilen und schwups hatte ich im coolsten Stadtteil Melbournes- Fitzroy einen Kellner Job. Eigentlich hatte ich geplant etwa 3-5 Monate in Melbourne zu arbeiten – am Ende waren es jedoch 7 Wochen, da mein Freund sich kurzfristig ein Ticket nach Australien gekauft hat. Melbourne jedoch ist mittlerweile meine Lieblingsgroßstadt und hat bei mir eventuell schon Berlin’s coolness eingeholt. Die Menschen sind total individuell, sehr sehr freundlich (im Gegensatz zu uns Deutschen), die Architektur ist einzigartig und man findet Kunst, wo man nur hinschaut!

8 Wochen, eine verrückte WG und mehrere enge Freundschaften später, musste ich mich dann von Melbourne verabschieden, um meinen Freund in Sydney zu treffen, wo wir nach 2 Tagen Sightseeing unseren Camper-Van abholten.


Australien Ostküste- Roadtrip

Vorab unsere Route:

Unser Ziel war es in 3 Wochen die Ostküste von Sydney bis nach Cairns (über 3.513km) abzufahren, da wir unseren nächsten Flug (nach Neuseeland) von Cairns gebucht haben. Da der Sprit und die Lebensmittel in Australien unglaublich teuer sind (unten verrate ich euch, wie viel wir im Durchschnitt ausgegeben haben), versuchten wir nur freie Campingplätze zu finden oder wild zu campen (und das haben wir auch geschafft: in dem ganzen Zeitraum haben wir nur einmal $5 p.P gezahlt). Durch “wild-camping” waren wir der Natur viel näher und haben durch kleine “dirt-roads” viel mehr vom Land entdeckt. Insgesamt hat man relativ viele kostenfreie Campingplätze gefunden (dafür empfehle ich auf jeden Fall die App Campermate!), trotz Warnung haben wir uns, wenn nichts Kostenloses in der Nähe verfügbar, auch einfach in die Wildnis gestellt- nie erwischt worden! Wenn man gerne oft auf andere Reisende treffen will, sind Campingplätze natürlich zu empfehlen, wir haben jedoch die Stille zu zweit mehr genossen. Eines kann ich jedem empfehlen: bleibt nicht auf der Hauptstraße, nehmt ab und zu die kleinen Abzweigungen, genau dadurch haben wir die schönsten Orte gefunden, haben Wallabies gestreichelt, waren Kängurus sehr nah und haben quasi mit Delfinen im Wasser geplanscht. Letzteres war eines der schönsten Momente: Als wir im Wasser plötzlich 5 Delfine vier Meter von uns die Wellen reiten und aus dem Wasser springen gesehen haben. Ich bin den Delfinen quietschend vor Aufregung etwa 100 Meter am Strand hinterher gerannt (Ich verrate es euch- der Ort hieß “Wilsons Head” bei Diggers Camp).

Jeden Morgen genossen wir eine wunderbare Aussicht aus unseren Campingstühlen bei einer Tasse frisch gebrühtem Kaffee. Danach setzten wir uns für  etwa 1-4 Stunden (jenach dem wie eilig wir es hatten) mit unserem Bus in Bewegung. Am Ziel angekommen suchten wir uns wieder einen guten Platz zum schlafen und parkten den Camper ab. Dann wanderten wir oft zu einem Wasserfall  (denn was bringt wandern bei 30 Grad, wenn man keine Abkühlung hat..). Total ausgepowert dann zurück zum Camper wurde Holz gesammelt, ein Lagerfeuer gezündet und Marshmallows gegrillt. Fleisch, frischer Fisch vom Fischer oder Pasta wurde dann jedoch auf unserem Gaskocher gegrillt bzw. gekocht. Vor dem Einschlafen wurde dann noch Stunden lang der wunderschöne (wirklich wunder-wunderschöne!!) Sternhimmel beobachtet.

Australien hat uns jeden Tag mit außergewöhnlichen Wild-life überrascht und es wurde nie langweilig. Eine Schlange, die uns auf der Straße den Weg versperrte, Opossums die Essensreste klauten, Riesen-Spinnen im Camper-Van (…!), bunteste Rochen und Zitronenhaie,…. Zusätzlich haben wir noch nie so eine Vielzahl an Vogelarten gesehen,- hier mal ein Kakadu, hier mal der Riesen-Papagei, da ein Kolibri, hier und dort verschiedenste Singvögel.

Erwartet haben wir am meisten von Byron Bay, der Gold Coast, Brisbane und der Sunshine Coast, waren jedoch eher enttäuscht und haben die Strecke in wenigen Tagen erledigt. Den erwarteten Vibe und die schönen, jungen Leute gab es in Byron Bay zwar schon, um die Stadt aber wirklich zu “fühlen”, muss man dort mindestens eine Woche verbringen- die Zeit dafür hatten wir nicht.

Weiter nördlich hat es uns am meisten gefallen, die Natur wurde tropischer, das Klima wärmer und leider auch die Tiere gefährlicher. Ins Wasser gehen sollte man im Norden nicht, dass sagen zumindest die Locals und die unübersehbaren “Achtung Salzwasserkrokodile” – oder “Achtung-Hai-gesichtet” Schilder. Trotzdem gab es hier und da mal bewachte Strände, an denen man Baden durfte und natürlich darf man sich das Surfen und vor allem das Great Barrier Reef nicht entgehen lassen. Nach unserer Segeltour zum “Whitehaven Beach”, haben wir in Cairns einen Reisefreund von mir getroffen (Jackpot: Tauchlehrer) und sind mit ihm im Great Barrier Reef tauchen und schnorcheln gegangen- sehr sehr schöne Unterwasserwelt und unzählig viele lebendige Korallen.

 

Ausgaben bei einem Roadtrip (3 Wochen)

Den teuersten Posten bildete bei uns leider unser sehr durstiger V8-Benziner Campervan, mit einem ungefähren Durchschnittsverbrauch von 20l/100km! Da ich als Backpackerin nur über ein kleines Budget verfüge, haben wir bei Lebensmitteln stark auf den Preis achten müssen. Aber ein Roadtrip soll ja auch Spaß machen, deshalb sind wir ab und zu auch Essen gegangen oder haben uns eine kostenpflichtige Aktivität gegönnt. Im Fazit kann man definitiv günstiger reisen, wenn’s aber Spaß machen soll lieber nicht zu viel sparen.

 

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